Strohballen vor Brandgefahr schützen
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Vorbeugender Brandschutz bei Heu- und Stroheinlagerung

Wichtige Infor­ma­tio­nen

In der Ern­tezeit erhöht sich die Brandge­fahr in der Land­wirtschaft drama­tisch. Vor allem Heu und Stroh sind ein Aus­gangspunkt für zahlre­iche Großbrände. Außer­dem wer­den Brand­bekämpfer wie zum Beispiel Feuer­wehrleute, durch nicht fachgerecht gelagerte Heu- und Stro­hballen, in Ihrer Tätigkeit einen Brand­herd zu bekämpfen, unnötig gefährdet. Dadurch kann der bere­its ent­standene Schaden natür­lich weit­er erhöht wer­den.

Eben­so ist es aus ver­sicherung­stech­nis­ch­er Sicht wichtig, Heu und Stroh nach den in den All­ge­meinen Ver­sicherungs­be­din­gun­gen fest­gelegten Maßstäben zu lagern, um nicht den Ver­sicherungss­chutz zu gefährden.

Eine Brand bre­it­et sich vor allem bei ein­er starken Trock­en­heit, sehr schnell aus und gefährdet Gebäude, Stal­lun­gen, land­wirtschaftliche Geräte, Ern­tevor­räte sowie Tier und Men­sch.

Die Gefahren können vermindert werden, wen bei der Stroh- und Heulagerung bestimmte Grundsätze und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Zum Beispiel:

  • Wagen die mit Heu- und Stroh beladen sind, dür­fen nicht neben Gebäu­den und in Straßen­nähe aufgestellt wer­den.
  • Unbefugte vom Hof fern­hal­ten, Türen, Tore und Ein­friedun­gen geschlossen hal­ten
  • Ständi­ge Tem­per­aturkon­trolle, damit eine Selb­stzün­dungs­ge­fahr ver­mieden wird

Eine generelle Sicherheitsvorschrift gibt es in Deutschland nicht.

Jedes Bun­des­land kann hier eigene Regelun­gen tre­f­fen. Daher ist es sin­nvoll, im konkreten Einzelfall die zuständi­gen Ämter zu kon­sul­tieren. Eben­so kann das jew­eils gültige Brand­schutzge­setz für Klarheit sor­gen.

Zum Schutz der im Freien gelagerten Ern­teerzeug­nisse und zur Eindäm­mung von Brandge­fahren ist jedoch eine Verord­nung über das offene Lagern von Getrei­de und anderen Ern­teerzeug­nis­sen erlassen wor­den.

Danach sind für Lager von unge­drosch­en­em Getrei­de, von Stroh, Heu, Reet, Flachs und ähn­lichen, leicht entzündlichen Ern­teerzeug­nis­sen bes­timmte Sicherheits­maßnahmen zu beacht­en. Die Brand­kassen und Brand­schutzver­sicher­er beziehen sich in ihren Sicher­heits- und Ver­trags­be­din­gun­gen teil­weise auf diese alte Verord­nung.

Da Ern­teerzeug­nisse bei offen­er Lagerung durch Unvor­sichtigkeit, Rauchen, spie­lende Kinder und Funken­flug ständig erhöhter Brandge­fahr aus­ge­set­zt sind und im Brand­falle ihre Nach­barschaft gefährden, soll­ten nach diesen Vorschriften bei der Lagerung im Freien min­destens fol­gende Sicher­heitsab­stände einge­hal­ten wer­den:

  • 25 m von Hochspan­nungsleitun­gen, öffentlichen Wegen
  • 50 m von Wald­grund­stück­en, Moor und Hei­de­flächen und Bah­n­gleisen
  • 25 m zu Gebäu­den mit Feuer­hem­menden Wän­den und Entsprechen­der Bedachung, sowie 50 m zu Holz- oder Reet­dachge­bäu­den
  • 300 m zu Schulen und ähn­lichen Ein­rich­tun­gen, Betrieben in denen explo­sion­s­ge­fährliche Stoffe hergestellt, ver­ar­beit­et oder gelagert wer­den und zu oberirdisch gelagerten Brennbaren Flüs­sigkeit­en

Lager­plätze, auf denen die genan­nten leicht entzündlichen Ern­teerzeug­nisse frei in offe­nen oder nicht ganz umk­lei­de­ten Feld­sche­unen oder unter Schutzdäch­ern oder im Freien in Mieten, Diemen, Schobern oder in ander­er Weise gelagert wer­den, müssen 100 m Abstand voneinan­der hal­ten.